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24.08.2019 : 21:08

Orgel- und Glockenamtes

Abschlussergebnis durch Günter Eumann vom  Orgel- und Glockenamtes des Landeskirchenamtes Düsseldorf

Für die Ausführung der Arbeiten konnte der frühere Mitarbeiter der Hamburger Firma Rudolf von Beckerath und freier Mitarbeiter der Firma Förster & Nicolaus, Orgelbaumeister Erbslöh, gewonnen werden. So wurde sichergestellt, dass das wertvolle Instrument in seiner 1955 geschaffenen Anlage im Prinzip unverändert blieb. Alle Änderungen und Erneuerungen beschränken sich auf Maßnahmen, die zur Erhaltung der Spielbarkeit unumgänglich waren.

Insbesondere ging es darum, die klangliche Konzeption im Sinne des Erbauers zu bewahren. Das Klangbild blieb den Intentionen des Erbauers verpflichtet und beschränkte sich lediglich auf den Stärke- und Klangfarbenausgleich. Die Arbeiten vollzogen sich nach den Prinzipien eines verantwortungsbewussten Orgelbauers, der in einem ständigen Dialog mit dem Instrument stand. Dies führte im Arbeitsverlauf zu einem ganzen Katalog zusätzlicher Arbeitsmaßnahmen. Zum Beispiel wurden die in den Achsen festgesessenen metallenen Trakturwinkel durch einer Holzversion ausgetauscht. Konstruktionsbedingt wurden in den  Winkelbacken von Hauptwerk und Rückpositiv die früher im Spieltisch befindlichen Metallwinkel verwendet, da sie sich in der Achsung von guter Qualität zeigten. Zur Verbesserung der Spielbarkeit kamen im klanglichen Bereich die Erhöhung der Ansprachefähigkeit der Prospektpfeifen des Pedalregisters Prinzipal durch pneumatisch angesteuerte Relais. Die Schallbecher des Pedalregisters Dulzian wurden in der großen Oktave auf normal Länge gebracht.

 
Die Domorgel befindet sich auf einem technischen Stand, der sich für die Zukunft niveauvoll auswirken wird. Die Bedienung der Orgel lässt nun eine hohe Sicherheit und Zuverlässigkeit erwarten. Der würdevolle Klang, der die Handschrift der norddeutschen Schule des ausgehenden 17. Jahrhunderts trägt, wird in dem akustisch hochwertigen Raum zu einem besonderen Erlebnis. Die einzigartige pneumatische Setzerkombination aus dem Erbauungsjahr stellt eine Rarität im Orgelbau dar. Sie funktioniert einwandfrei. Der gesamte Spieltisch macht in Material, Form und Anlage einen gediegenen Eindruck und gibt jedem Spieler das Gefühl, an einem Instrument zu sitzen, das schon 50 Jahre nach seiner Entstehung denkmalwerte Züge aufweist.

 
Das landeskirchliche Orgel- und Glockenamt hält es für angebracht, darauf hinzuweisen, dass diese Orgel in Zukunft in ihrer Substanz unangetastet bleiben soll, damit sie das wertvolle  Erbe eines der bedeutendsten Orgelbauer der Nachkriegszeit auch in Zukunft dokumentieren kann. Die Verantwortlichen aller jetzigen und zukünftigen Gemeindegenerationen mögen sich jederzeit ihrer Verantwortung bewusst sein, diese Orgel bei schonender Pflege der Nachwelt unverfälscht zu erhalten.

Vom landeskirchlichen Orgel- und Glockenamt in Düsseldorf wird empfohlen die zuständigen Stellen der staatlichen Denkmalpflege, bereits jetzt – 50 Jahre nach Entstehung der Orgel – einen Konsens über die Unterschutzstellung dieser Orgel herbei zu führen.