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10.12.2019 : 4:34

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Sanierungsarbeiten...

Der Domturm wird trockengelegt. Die Sanierung kostet 100 000 Euro.

Sanierungsarbeiten am Wetzlarer Wahrzeichen

Von Werner Volkmar
lokalredaktion.wnz(at)mittelhessen.de

Wetzlar. Ein Gerüst und eine blaue Schutzhülle zeugen von Arbeiten am Wetzlarer Dom. Momentan decken heimische Handwerker den hölzernen Aufbau des Domturmes neu ein. Außerdem werden die Schäden an den mit Kupfer beschlagenen Zierspitzen behoben. Die 100 000 Euro teure Baumaßnahme soll Anfang November beendet sein. „Auch die Blitzschutzanlage am Domturm“, erläuterte Heidrun Rücker, Dipl.-Ingenieurin im Dienst der Stadt Wetzlar, „wird teilweise erneuert.“ Zudem würden die durch Wassereintritt verursachten Putzschäden in der zweigeschossigen Türmerwohnung ausgebessert.

Schiefer für das Dach wird von Hand behauen

Bei einem Ortstermin in 66 Meter Höhe erläuterte Rücker, zuständig für alle Bauarbeiten zur Erhaltung des Bauwerkes „Dom“, die Abwicklung der Dachsanierung. Bei dem Projekt werde nicht nur die Holzschalung repariert und ergänzt. Auch über 30 000 Steine aus Naturschiefer müssen ausgetauscht werden. Letztmals war das Dach vor 100 Jahren einer Sanierung des gesamten Bauwerkes erneuert worden. Von den 100 000 Euro Gesamtkosten entfallen rund 55 Prozent der Ausgaben auf die Eindeckung, die in „Altdeutscher Deckung“ mit Moselschiefer ausgeführt wird. Dabei werden die Steine von Hand behauen, nach Größen sortiert und auf dem Turmdach verlegt. Neben den teuren Materialien sind es die lohnintensiven Arbeiten, die zu dem hohen Gesamtpreis führen. Für den aufwändigen Gerüstbau mit Material- und Personenaufzug am Domturm wurden 40 000 Euro veranschlagt. Die Arbeiten werden von heimischen Handwerksbetrieben ausgeführt. So ist die Firma Norbert Schäfer (Hohenahr) für die Eindeckung verantwortlich und die Firma Gerüstbau Wagner (Staufenberg) stellt die Sicherungen und Aufzüge. „Ähnlich kompliziert und anspruchsvoll wie das eigentliche Dachdecken durch die Handwerker ist die Finanzierung“, erläutert der Vorsitzende der Dombauverwaltung, Diplom-Ingenieur Herbert Esser. Zwar gehört der Dom zu großen Teilen der katholischen Domgemeinschaft und dem evangelischen Gemeindeverband, aber auch die Stadt Wetzlar und der Dalberg`sche Fonds haben in der Dombauverwaltung Sitz und Stimme. Eine komplizierte Satzung aus dem Jahre 1982 regelt den Bauunterhalt am Dom. Danach haben die beiden Kirchengemeinden jeweils fünf Zwölftel der Baulasten zu tragen. Auf die Stadt Wetzlar und den Dalberg`schen Fonds entfallen jeweils ein Zwölftel. In diesem Zusammenhang verweisen Heidrun Rücker und Herbert Esser auf den Wetzlarer „Dombau-Verein“, der seit seiner Gründung im Jahre 1869 das Ziel verfolgt, die Instandhaltung des Domes finanziell zu unterstützen. „Aus den Spenden und Mitgliedsbeiträgen werden wir auch für die laufende Dachsanierung 50 000 Euro bereitstellen“, versicherte die Vorsitzende Ruth Viehmann. Schon stehen die nächsten Instandhaltungsmaßnahmen an. „Im kommenden Jahr muss der romanische Heidenturm für rund 200 000 Euro von Grund auf saniert werden“, erläutert Heidrun Rücker und Herbert Esser die nächste Baustelle an Wetzlars Wahrzeichen.

Dachdecker Armin Paulus (l.) erklärt Herbert Esser (Mitte) und Heidrun Rücker (r.) die Legetechnik der „Altdeutschen Deckung“ am Dach des Domturms. (Foto: Volkmar)

16.10.2008 08:00 Alter: 11 Jahre