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18.09.2019 : 6:10

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Vom Domturm bröckeln Steine

Sanierung kostet 270 000 Euro / Förderverein will Baumaßnahme unterstützen

Wetzlar (wv). „Im vergangenen Jahr konnten wir die notwendigen Arbeiten zum Erhalt unseres historischen Wahrzeichens mit rund 70 000 Euro unterstützen“, hat Ruth Viehmann, Vorsitzende des Wetzlarer Dombau-Vereins, in der Jahreshauptversammlung im großen Sitzungssaal des Wetzlarer Rathauses erläutert. Auch die Öffentlichkeitsarbeit mit dem Ziel, den Wetzlarer Dom und seine historischen sakralen Besonderheiten transparenter zu machen, sei verstärkt worden. Vor rund 40 Mitgliedern und Gästen, unter ihnen auch die Landtagsabgeordneten Hans-Jürgen Irmer (CDU), Matthias Büger (FDP) und die beiden Dompfarrer Björn Heymer und Peter Kollas, erinnerte die Vorsitzende daran, dass sich seit 140 Jahren Bürger in Fördervereinen engagieren, um das prominenteste Bauwerk der Stadt zu erhalten.

Am 800 Jahre alten Wahrzeichen von Wetzlar wird weiter gearbeitet

Seit dieser Zeit konnten durch Mitgliedsbeiträge, Spenden und Werbeaktionen beträchtliche finanzielle Mittel zum Erhalt des Gotteshauses bereitgestellt werden. So wurden im vergangenen Jahr für die Sanierung des romanischen Heidenturms 50 000 Euro und für die Restaurierung zweier Gemälde und des durch Salz zersetzten Mauerwerks im südlichen Querschiff 10 000 Euro gespendet. „Sehr gut angenommen“, so die Vorsitzende, wurde auch die DVD „Der Dom zu Wetzlar“ und der neue „Domführer für Kinder“, der auch in den Schulen auf Interesse gestoßen ist. Der besondere Dank von Ruth Viehmann galt allen Mitbürgern, die sich in besonderer Weise für die Ziele des Vereins engagiert hätten. Dazu gehörten auch die Frauen und Männern, die sich an den Wochenenden als Aufsichten und Ansprechpartner im Dom zur Verfügung stellten. „Aber wir haben nicht nur gesammelt und gespendet, für unsere 330 Mitglieder und Gäste standen auch kulturelle Angebote auf unserer Agenda“, so Ruth Viehmann, als sie die gemeinsamen Fahrten, Konzerte und Besichtigungen erwähnte. Stadtrat Hermann Spory (FW), der die Grüße des Magistrats und Oberbürgermeister Wolfram Dette überbrachte, lobte Werner Gerhard, der 30 Jahre dem Vorstand angehörte „Sie haben sich in besonderer Weise für den Erhalt unseres Domes eingesetzt, dafür gebührt ihnen Dank und Anerkennung“. Für dieses Engagement gab es auch Blumen von der Vorsitzenden. Bei den anstehenden Wahlen hat der Dombau-Verein seine Vorsitzende einstimmig für weitere drei Jahre im Amt bestätigt. Auch die übrigen fünf Mitglieder des geschäftsführenden Vorstandes und die zehn Beisitzer wurden einstimmig wiedergewählt. „Vom großen Glockenturm des Domes lösen sich Steinsegmente und Mörtel. Diese fallen in den Heidenhof. Hier werden wir in den nächsten Monaten mit Sanierungs- und Sicherungsarbeiten beginnen, die mit 270 000 Euro veranschlagt sind“, sagte Ulrich Bahr von der Dombauverwaltung zu Beginn seines Berichtes über Baumaßnahmen am Dom. Im Gegensatz zur Frontfassade aus Sandstein, wurde beim Bau der beiden Innenseiten vielfach mit Bruchstein und Mörtel gearbeitet, an denen jetzt der Zahn der Zeit nagt. Aber bevor die eigentlichen Arbeiten beginnen, wird das Wetzlarer Wahrzeichen an den beschädigten Seiten eingerüstet. „Erfreulich ist, dass die umfangreichen Arbeiten zum Erhalt des romanischen Heidenturms weitgehend abgeschlossen sind“, sagte Bahr. Sie waren mit 220 000 Euro veranschlagt. „Wie alle großen Bauwerke unserer Vorfahren wird auch der rund 800 Jahre alte Dom eine Dauerbaustelle bleiben“, sagte Bahr, als er dem Dombau-Verein für die gute Zusammenarbeit und finanzielle Hilfe dankte.

 

Der geschäftsführende Vorstand des Dombau-Vereins dankt langjährigem Mitarbeiter (von links): Rolf Ketzer, Walter Froneberg, Susanne Hirschfelder, Werner Gerhard, Ruth Viehmann und Peter Hilgers. (Foto: Volkmar)

(WNZ, vom 20.05.2010)

20.05.2010 12:20 Alter: 9 Jahre